Anja Tuckermann © Bernd Sahling
Anja Tuckermann © Bernd Sahling

Die Begründung der Jury zur LeseLenz-Preisträgerin 2019:

 

Anja Tuckermann

 

Sich und seinen Themen treu zu bleiben und dennoch immer neue Wege der literarischen, der künstlerischen Umsetzung zu finden, dieser Herausforderung stellt sich Anja Tuckermann mit jedem neuen Text und sie stellt sich dieser Aufgabe nicht nur, sie meistert sie auf so eindringliche und poetische Weise, dass sie schlicht und einfach preiswürdig ist. „Dinge, die man früher Kindern und Jugendlichen im wirklichen Leben zugemutet hat, können die Kinder der heutigen Generation mit satten Bäuchen und in warmen Zimmern sehr wohl auch lesen“, so Mirjam Pressler in einem Interview. In diesem Sinne schreibt Anja Tuckermann zum Beispiel vom Lebensweg des Sinto-Jungen Mano, der nicht nur mehrere Konzentrationslager, sondern auch den Todesmarsch von Sachsenhausen überlebte und setzt dort an, wo viele Texte zu diesem Thema enden: wie überlebt ein Kind, das überlebt hat.

 

Der jüngeren Leserschaft bringt sie das kunterbunte Leben von Menschen unterschiedlichster Nationalitäten näher oder erzählt die verrückt-feinsinnige Geschichte von einem Mann, der gerne eine Blume wäre.

 

Die richtige Sprache für jedes Buch, sein Anliegen und seine Leserschaft zu finden ist ein Markenzeichen von Anja Tuckermann, genauso wie sie mit jedem ihrer Texte dem Lesepublikum, ob jünger ob älter, etwas zumutet und keine in Watte gehüllte Erbaulichkeitsliteratur präsentiert, sondern Bücher, die so zeitbezogen und gleichzeitig zeitlos sind, dass sie lange nachhallen.

 

 

Jury:

 

Ulrike Wörner

Finn-Ole Heinrich

Arne Rautenberg